Laptop- und Smartphone-Sicherheit + TAILS

Smartphones im aktivistischen Alltag – Eine gute Idee?

Mittlerweile sind Smartphones aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Auch in aktivistischen Kreisen erfreut es sich großer Beliebtheit. Die ständige Erreichbarkeit auf vielen Kanälen gleichzeitig, die Anzahl der Möglichkeiten auf kleinem Raum, und die Vernetztheit sind es, die viele Menschen schätzen. Auch für
linksradikale Menschen eröffnen sich Möglichkeiten, die ohne Smartphone nicht denkbar waren.
Warum es aber eine kritische Auseinandersetzung aus Sicht politisch aktiver Menschen braucht, und warum das Smartphone eine nicht zu unterschätzende Gefahr nicht nur für den_die Besitzer_in darstellt, wird dieser Vortrag aufzeigen. Dabei werden Schwachstellen und Gefahren sowohl auf technischer, als auch auf Benutzer_innen-Ebene aufgezeigt. Außerdem wird der Vortrag versuchen, einen Ausblick in eine ungewisse Zukunft wagen, Alternativen aufzuzeigen und Handlungsempfehlungen auszusprechen.

Datensicherheit und Tails

100% sicher im Netz – oder auch nicht. Wirklich sicher sind wir eigentlich nie. Wie wir trotzdem sicherer werden, wollen wir uns in diesem Workshop genauer ansehen. Dazu erlernt ihr Konzepte für einen sichereren Umgang mit allen Arten von Daten und Informationen. Für ein hohes Sicherheitsniveau braucht es neben einem ausgeprägtem Bewusstsein für Datensicherheit aber natürlich vor allem eines: Sichere Werkzeuge. Und hier kommt TAILS ins Spiel: TAILS ist ein Live-Betriebssystem, welches für digitale Datensicherheit konzipiert ist und z.B. auf einem
USB-Stick an fast jedem PC verwendet werden kann. Mit gut ausgetüftelten Schutzmechanismen bietet es euch ein beinahe ideales Werkzeug für jede Aktion, die digital unter dem Radar der Repression bleiben soll. Im Rahmen des Workshops werdet ihr lernen, wie TAILS funktioniert, welche Funktionen es bietet und für welche Zwecke es zu gebrauchen ist. Bringt dafür bitte einen eigenen Laptop mit, genauso wie etwas Geld für den Erwerb eines für euch vorinstallierten TAILS-Sticks.

Zeit/Ort: So, 11:00-14:00, Mediencafé

Rechte Mobilisierungsschwerpunkte 2018

Die Zahl rechter Mobilisierungen in Sachsen bleibt auch 2018 konstant hoch. Zahlreiche rechte und neonazistische Strukturen organisieren immer wieder Demonstrationen, Veranstaltungen und Konzerte. Im Workshop wollen wir ausgewählte Mobilisierungen aus diesem Jahr genauer unter die Lupe nehmen: Warum zog es tausende nach Chemnitz? Was will die Identitäre Bewegung erreichen? Geht es bei Nazikonzerten nur um Musik? Wir wollen
herausarbeiten, was die Mobilisierungen verbindet, was sie unterscheidet, welches Klientel wie angesprochen wird. Das soll der Ausgangspunkt sein, um zu diskutieren: Wie können wir dagegen intervenieren? Welche Strategien sind sinnvoll?

Referent*in: Antifa Recherche Team Dresden
Zeit/Ort: Sa, 12.30-14.00, Seminarraum

Emotionale Folgen von Repression – und wie wir da wieder rauskommen!

Wer politisch aktiv ist setzt sich der Gefahr von physischer und psychischer Gewalt aus. Nazigewalt und staatliche Repression hinterlassen nicht nur körperliche Verletzungen und juristische Folgen, sondern belasten uns auch psychisch. Einzelne traumatische Erlebnisse, wie Polizei- oder Faschogewalt, aber auch z.B. länger andauernder Stress kicken viele Aktivist*innen aus der politischen Arbeit. Im Workshop wollen wir herausfinden welche Strategien es für uns in unseren eigenen Aktionen und Bezugsgruppen geben kann, um mit belastenden Situationen umzugehen, damit wir uns langfristig rechten Strukturen und staatlicher Repression engegenstellen können.

Referent*in: Out Of Action Dresden
Zeit/Ort: Fr, 13:00-14:30, Medien Café

Lesung: “Als ich mit Hitler Schnapskirchen aß”

Landleben zwischen Lethargie und Lebenslust. Mimi und Oliver sind Nachbarskinder und Angelfreunde in einer kleinen Stadt an der Havel. Sie spielen Fußball miteinander, leisten den Pionierschwur und berauschen sich auf Familienfesten heimlich mit den Schnapskirschen der Eltern. Mit dem Mauerfall zerbricht auch ihre Freundschaft. Mimi sieht sich als der letzte Pionier – Timur ohne Trupp. Oliver wird unter dem Kampfnamen Hitler zu einem der Anführer marodierender Jugendbanden. In Windeseile bringen seine Leute Straßen und Plätze unter ihre Kontrolle. Dann eskaliert die Situation vollends …

Manja Präkels erzählt in ihrem Debütroman vom Verschwinden der DDR in einem brandenburgischen Kleinstadtidyll, dem Auftauchen verloren geglaubter Gespenster, von Freundschaft und Wut.

manjapräkels.de

Zeit/Ort: Fr, 19.10., 20:00, Reteko

Was Rechte lesen – (Extrem) rechte Publikationen im Aufschwung des Rechtsrucks

Der sichtbare Ausdruck der gesellschaftlichen Verschiebung nach rechts der vergangenen Jahre sind die anhaltenden Wahlerfolge der AfD,erschreckende Zahlen rassistischer Mobilisierungen, Angriffe und Brandanschläge, sich verschärfende Diskurse sowie ein (Wieder-)Erstarken und Neuformierungen extrem rechter Strukturen. Darüber hinaus lässt sich diese Entwicklung auch an der extrem rechten Medienlandschaft ablesen. Entgegen des allgemeinen Zeitungssterbens sind Printpublikationen der extremen Rechten im Aufschwung und schaffen im Zusammenspiel mit Webseiten und Blogs eine antidemokratische und kontrafaktische Gegenöffentlichkeit. Bereits bestehende Publikationen wie Junge Freiheit, Compact oder Sezession erfahren deutlich mehr Zuspruch und
Reichweite. Außerdem gibt es eine ganze Reihe von Neugründungen wie Cato und Arcadi aus dem Spektrum der sogenannten Neuen Rechten oder NS Heute und Werk Kodex für das Neonazi-Spektrum.

Ziel des Workshops ist es, einen Überblick über die vielfältigen Printmedien der extrem Rechten zu erarbeiten und hinsichtlich ihrer Relevanz und Bedeutung innerhalb der extremen Rechten sowie für den gesellschaftlichen Diskurs zu debattieren. Welche Inhalte werden vertreten, welche Gefahren gehen davon aus und wie kann dem aus
antifaschistischer Perspektive etwas entgegen gesetzt werden?

Referent*in: Frank Metzger, Referent des apabiz e.V.(antifaschistisches pressearchiv
und bildungszentrum berlin e.V.)
Zeit/Ort: Fr, 11:00-14:00, Reteko

Wir haben eine Projekt-Idee, jetzt brauchen wir ja nur noch Geld dafür?

Wo können Initiativen Geld für ihre Projekt her bekommen? Wie sieht das praktisch aus, z.B. mit der Beantragung, mit dem Sammeln der Rechnungen oder der Abrechnung? Welche Fallstricke verstecken sich im Dickicht der Verwaltung?
Mit einer geführten Präsentation wollen wir diese Fragen beantworten, mit Best-Practice-Erfahrungen, ein wenig Theorie und sehr gern auch erweitert um eure Ideen.

Referent*in: die prinzessin
Zeit/Ort: Fr, 11.00-14.00, Kleiner Saal

 

Was tun wenn’s brennt? Antirepressions-Wissen für die politische Praxis

Wie (un)sicher kann ein Smartphone sein; und was hat das auf einer Demo zu suchen? Was ist eine Bezugsgruppe und wie kann ich mit ihr kommunizieren und agieren? Stressen die Cops meine Eltern, wenn etwas auf der Demo passiert ist? Wichtige Dinge rund um einen bewussten politisch aktiven Alltag und praktische Tipps und Tricks für einen Politalltag mit möglichst wenig Bullenstress.

Zeit/Ort: Sa, 15:30-18:30, Kleiner Saal

Ursprünge der Klimagerechtigkeitsbewegung: Antirassismus und soziale Gerechtigkeit

Die Wurzeln der (europäischen) Klimagerechtigkeitsbewegung liegen in in den USA und den dortigen Kämpfen der 1970er Jahre. Marginalisierte Gruppen, die aufgrund von Einkommen oder Hautfarbe gesellschaftlich bereits benachteiligt waren, wehrten sich gegen überproportionale Betroffenheit von Umweltverschmutzung.

Wir werden in dem Workshop eine Übersicht über die Wurzeln der Klimagerechtigkeitsbewegung geben, Zusammenhänge von Rassismus, Umweltverschmutzung und sozialer Ungleichheit diskutieren und gemeinsam herausarbeiten warum Klimaschutz nicht gleich Klimagerechtigkeit ist.

Referent*in: Ende Gelände & Pödelwitz Bleibt!
Zeit/Ort: Fr, 15:30-17:00, Mediencafé

Theater der Unterdrückten

Wer kennt es nicht? Der Onkel, der einem sexistische Kommentare an den Kopf schmeißt, die Klassenkamerad*innen, die verletzende Bemerkungen von sich geben, weil man trans ist oder rassistische Polizeikontrollen, gegenüber denen man sich machtlos fühlt.
Die Teilnehmenden sollen sich mittels Schauspiel in selbst erarbeiteten alltäglichen Diskriminierungssituationen in die Täter und/oder unterdrückten Personen hineinfühlen, mit dem gemeinsamen Ziel am Ende zu einer befriedigenden Lösung zu kommen. Diese Erfahrungen und der Austausch darüber, können versucht werden im Alltag umgesetzt zu werden, um der Hilflosigkeit in Begebenheiten, in denen offensichtlich andere oder auch man selbst Ausgrenzung erfahren, entgegenzuschreiten. Er ist für alle Menschen zugängig, Erfahrungen im Bereich Theater sind also nicht notwendig.

Referent*in: Jugend gegen Rechts Leipzig
Zeit/Ort: So, 11:00-14:00, großer Saal